Reicht das Backup meines Hosters? So prüfen KMU ihre Website
24. Oktober 20264 Min. Lesezeit
Ein Hoster-Backup kann eine gute Grundlage sein. Ob es für Ihre Website genügt, hängt davon ab, was gesichert wird, welche Datenverluste Sie verkraften und ob die Wiederherstellung funktioniert.

Inhalt · 6 Abschnitte
Lassen Sie sich diese Punkte bestätigen, bevor Sie zusätzliche Leistungen kaufen oder sich auf die vorhandene Sicherung verlassen.
Beginnen Sie mit zwei geschäftlichen Fragen
Legen Sie zuerst fest, wie viele neue Inhalte oder Anfragen Sie im Notfall verlieren könnten und wie lange Ihre Website ausfallen dürfte. Diese Anforderungen bestimmen, welche Sicherung zu Ihrem Betrieb passt.
Hypothetisches Beispiel: Eine Schreinerei betreibt eine Website mit selten geänderten Referenzbildern. Anfragen werden per E-Mail zugestellt. Sie könnte entscheiden, dass sich die letzten Inhaltsänderungen zur Not von Hand nachtragen lassen. Prüfen müsste sie trotzdem, ob die Anfragen tatsächlich im separaten Postfach angekommen sind.
Ein Betrieb mit laufenden Online-Reservationen hätte einen anderen Bedarf: Fehlen nach der Wiederherstellung die zuletzt gebuchten Termine, reicht eine optisch funktionierende Website für den Geschäftsbetrieb nicht aus.
Es gibt deshalb keinen sinnvollen Sicherungstakt für alle Websites. Definieren Sie Ihre tolerierbaren Verluste und Ausfallzeiten und lassen Sie den Anbieter erklären, ob sein Angebot dazu passt.
Was gehört bei Ihrer Website zur Sicherung?
Bitten Sie Ihren Webpartner um eine kurze Bestandsaufnahme. Je nach Aufbau sind unterschiedliche Teile nötig:
| Bestandteil | Was Sie klären sollten |
|---|---|
| Website-Dateien und Programmcode | Ist die zum Betrieb benötigte Version wieder verfügbar? |
| Inhalte und Datenbank | Sind Seiteninhalte, Einstellungen und gegebenenfalls Buchungen enthalten? |
| Hochgeladene Bilder und Dokumente | Werden diese separat gespeichert und ebenfalls gesichert? |
| Externe Dienste | Wo liegen Formulareingänge, Shopdaten oder Reservationen ausserhalb des Hostings? |
| Konfiguration und Zugänge | Wer kann die notwendigen Einstellungen und Berechtigungen wiederherstellen? |
Die Tabelle ist eine praktische Prüfhilfe, keine Aussage über ein bestimmtes Hostingprodukt. Lassen Sie sich für jeden relevanten Bestandteil zeigen, wo er gesichert wird und wer ihn zurückspielen kann.
Diese Fragen sollte Ihr Hoster beantworten können
Fragen Sie konkret nach Ihrem gebuchten Tarif und Ihrer Website:
- Umfang: Welche Dateien, Datenbanken und Uploads sind enthalten? Was ist ausgeschlossen?
- Zeitpunkte: Wie oft entstehen Sicherungen, und woran erkennt man die letzte erfolgreiche Ausführung?
- Aufbewahrung: Wie weit reichen ältere Sicherungen zurück? Was passiert, wenn ein Fehler erst später auffällt?
- Trennung: Kann ein kompromittierter Hostingzugang auch Sicherungen löschen oder verändern? Welche unabhängige Kopie bleibt dann erhalten?
- Wiederherstellung: Können Sie diese selbst auslösen, oder braucht es den Support beziehungsweise Ihren Webpartner?
- Aufwand: Welche Kosten, Supportzeiten und Voraussetzungen gelten? Ist eine Wiederherstellungszeit vereinbart oder nur unverbindlich geschätzt?
Halten Sie die Antworten schriftlich fest. Unklare Antworten sind ein Anlass zur Klärung; sie belegen für sich allein noch keinen Mangel.
Warum eine getrennte Kopie wichtig ist
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) empfiehlt in seiner Information zur Datensicherung (öffnet in neuem Tab) mehrere Kopien, unterschiedliche Speichermedien und eine Kopie an einem anderen Standort. Zusätzlich empfiehlt es offline aufbewahrte Sicherungen, die nach dem Sichern vom Gerät getrennt werden.
Für Ihre Website folgt daraus eine Prüffrage: Welche brauchbare Sicherung bleibt erreichbar, wenn der normale Betrieb oder dessen Verwaltungszugang ausfällt? Ein anderer Ordner im gleichen Konto beantwortet diese Frage noch nicht.
Auch bei Cloud-Angeboten sollten Sie die Zuständigkeiten ausdrücklich klären. Die BACS-Information zu Cloud Computing und Cybersicherheit (öffnet in neuem Tab) behandelt geteilte Verantwortlichkeiten und nennt Datenexport sowie Offline-Backups als Teil der Notfallplanung. Lassen Sie Ihren Anbieter erklären, wie dies für Ihre Lösung umgesetzt werden kann.
Prüfen Sie die Wiederherstellung, ohne den Betrieb zu stören
Das BACS empfiehlt, Sicherungen auf Vollständigkeit und Lesbarkeit zu prüfen und die Wiederherstellung zu üben. Für eine Website ist ein vereinbarter Test in einer getrennten Umgebung eine sinnvolle praktische Umsetzung.
Beauftragen Sie den Webpartner mit einem klar abgegrenzten Test:
- Einen bestimmten Sicherungsstand auswählen und in einer geschützten Testumgebung wiederherstellen.
- Wichtige Seiten, Bilder und Funktionen anhand einer vorher festgelegten Liste kontrollieren.
- Formulare, Zahlungen und Benachrichtigungen nur mit geeigneten Testeinstellungen prüfen, damit keine echten Vorgänge ausgelöst werden.
- Festhalten, welcher Datenstand verfügbar war, was fehlte und wie lange die Arbeit dauerte.
Die Testumgebung sollte nicht öffentlich zugänglich sein. Vereinbaren Sie auch den Umgang mit kopierten Kundendaten und deren anschliessende Löschung. Die gemessene Testdauer ist ein Anhaltspunkt, keine Garantie für jeden späteren Vorfall.
Wann sollten Sie nachbessern?
Ergänzen Sie die bestehende Lösung gezielt, wenn ein wichtiger Bestandteil fehlt, der Abstand zwischen Sicherungen zu gross ist oder keine brauchbare getrennte Kopie vorhanden ist. Klären Sie ebenso, wer im Notfall handelt und wie diese Person die nötigen Zugänge erhält.
Sind Umfang, Sicherungsstände, Trennung und Zuständigkeiten nachvollziehbar und passt der Wiederherstellungstest zu Ihren Anforderungen, haben Sie eine belastbare Entscheidungsgrundlage.
Ihr nächster Schritt: Fordern Sie die Antworten zur vorhandenen Sicherung an und vereinbaren Sie einen dokumentierten Wiederherstellungstest. Entscheiden Sie anschliessend, welche zusätzliche Absicherung Ihr Betrieb tatsächlich braucht.
Quellenstand: 24. Oktober 2026. Die verlinkten BACS-Seiten enthalten allgemeine Empfehlungen; die Website-Checkliste und das Beispiel sind deren redaktionelle Anwendung auf den KMU-Alltag.
Quellen
- 01Data security – Datensicherung und Wiederherstellung
Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) · abgerufen am 24. Oktober 2026
- 02Cloud computing and cybersecurity
Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) · abgerufen am 24. Oktober 2026
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